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Prostatakarzinom


Mit etwa 4.500 Neuerkrankungen pro Jahr ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebsart beim Mann , jeder vierte Betroffene verstirbt daran. Da diese Erkrankung erst im fortgeschrittenen Stadium Symptome verursacht, ist ihre Früherkennung durch die urologische Vorsorgeuntersuchung so wichtig. Denn gerade im frühen Stadium ist diese Erkrankung mit hoher Wahrscheinlichkeit heilbar. Andererseits sollen mögliche Beeinträchtigungen durch die Behandlung selbst vermieden werden.

Bestehen Hinweise auf das Vorliegen eines aggressiveren Tumors und sind entsprechende Voraussetzungen (Alter, sonstige körperliche Gesundheit, Wunsch d. Betroffenen, etc.) gegeben, wird ein heilender Behandlungsansatz empfohlen. Mit Hilfe einer Operation oder einer Bestrahlung kann man Prostatakrebs heilen, wenn er rechtzeitig entdeckt wurde. Da diese Behandlungen aber auch unerwünschte Begleiterscheinungen wie Blasenfunktionsstörungen, Harninkontinenz oder Erektionsstörungen mit sich bringen können, versucht man durch ein individuelles Behandlungskonzept möglichst viel zu bewirken, um gleichzeitig die beeinträchtigenden Nebenerscheinungen so gering wie möglich zu halten.

Wenn ein kleines, wenig aggressives Gewächs in der Prostata entdeckt wird, muss man nicht gleich operieren oder bestrahlen, denn manche Tumore wachsen sehr langsam und bleiben über viele Jahre auf einen kleinen Herd in der Prostata beschränkt. In solchen, ausgewählten Fällen kann man mit der definitiven Behandlung zuwarten und die weitere Entwicklung des Tumors nach einem konkreten Schema beobachten.

Bei Tumoren, die die Prostata bereits überwuchern oder Absiedelungen in anderen Körperstellen gebildet haben, ist nach heutigem Stand des Wissens eine Heilung nur in seltenen Fällen möglich. Man beschränkt sich in diesen Fällen auf eine schonendere Behandlung, die das Gewächs zumindest für einen längeren Zeitraum unter Kontrolle halten kann. Dies geschieht in der Regel durch eine Hormonentzugstherapie, da Prostatakrebs in der Regel männliche Geschlechtshormone für sein Wachstum benötigt. Auch diese Behandlung kann Nebenerscheinungen aufweisen, dazu gehören Gefäßverschluss, Knochendichtemangel, Störungen des seelischen Wohlbefindens und andere mehr.

Manche Tumore wachsen auch trotz der Hormonentzugstherapie weiter und verursachen dann Absiedelungen in Knochen, Lymphknoten und anderen Organen. In solchen Fällen hilft nur mehr eine Chemotherapie oder dank den jüngsten Forschungserfolgen auch eine spezielle Hormontherapie (Abb. 1), die weit weniger mit Nebenwirkungen behaftet ist als die Chemotherapie.


Abb. 1

Welche Art von Tumor auch immer vorliegen mag, die Urologin bzw. der Urologe werden die für den jeweiligen Fall geeigneten Behandlungsformen erklären und gemeinsam mit den Betroffenen die richtige Auswahl treffen. Auf diese Weise ist eine individuelle und für den Betroffenen möglichst schonende Behandlung sichergestellt. Österreich verfügt über ein dichtes Netz an Experten und Behandlungszentren. Sowohl in Hinblick auf das Überleben, als auch auf die Lebensqualität nimmt Österreich in Europa eine führende Stellung ein . Die Qualitätspartnerschaft Urologie soll dazu beitragen, dies auch in Zukunft zu erhalten oder gar zu verbessern!